Architektur

„Architektur verleiht der physischen Struktur einer Stadt eine konkrete Bedeutung. Im Blaugrünen Rings werden bedeutsame Bauwerke durch neue markante Stadtbausteine ergänzt. Neben dem goldenen Ring als begehbare Freitreppe und Sinnbild des Flows zählen hierzu die Erweiterungen des Campus der Kunstakademie, die deutsche Oper am Rhein sowie das neue nutzungsgemischte und CO2 neutrale Stadtquartier Schwanencarree.“
(Jon Prengel, raumwerk)

Die Globalisierung hat dazu geführt, dass Städte sich in einen internationalen Wettkampf um die besten Voraussetzungen für die Ansiedlung von Unternehmen, damit um die besten Talente und damit um die besten Lebensbedingungen gezwungen sehen. Dem Leitbild einer Stadt kommt daher eine größere Bedeutung zu als je zuvor. Metropolen, die nicht wie Marken agieren, geraten unweigerlich ins Hintertreffen. Daher brauchen sie zuallererst eine klare Positionierung, ein unverwechselbares Bild, ein relevantes Versprechen. Besondere Architektur und kulturelle Highlights dienen als Initialzündungen und helfen, zu einer Neuausrichtung oder Schärfung des Profils zu kommen. Gleichzeitig aber werden Großprojekte kritisch hinterfragt und auf ihre Sinnhaftigkeit, ihren Bürgernutzen, ihre Finanzierbarkeit und ihre Nachhaltigkeit hin abgeklopft. Mit dem „Blaugrünen Ring“ gilt es deshalb nicht nur, eine städtebauliche Aufwertung eines unter seinen Möglichkeiten bleibenden Areals durchzuführen. Vielmehr muss es Ziel sein, durch Zusammenführung, Bündelung und Ergänzung der vorhandenen Kultureinrichtungen – die jede für sich bereits auf höchstem Niveau angesiedelt sind – ein Gesamt-Ensemble zu schaffen, dessen Strahlkraft sich mit anderen internationalen Metropolen messen kann. Es gilt daher, bedeutende Institutionen mittels Wasserverbindungen miteinander zu vernetzen und durch das Gesamtkonzept FLOW räumlich erlebbar zu machen. Gleichzeitig sollen neue Leuchttürme entstehen, die das bestehende Ensemble sinnvoll ergänzen. Hierzu zählen der goldene Ring am Rhein, der Neubau der Deutschen Oper, das neue Stadtquartier Schwanencarree, ein Badeschiff mit Stadtstrand, das Fotoinstitut und die Freitreppe vor der Kunstakademie.

Der goldene Ring am Rhein: Am Ufer vor dem NRW-Forum entsteht eine neue begehbare Ikone, eine großartige Brücke und Freitreppe, die dem Spiel des Wassers jeden Lauf lässt, um als Gezeiten-Spektakel, Freilichtbühne, oder einfach Plateau zu dienen und gleichzeitig in seiner ikonischen Form als neues Wahrzeichen und Sinnbild des FLOWs für Düsseldorf Kraft zu entfalten. Die elegant auskragende Konstruktion orientiert sich in den Abmessungen an den umliegenden Anlegestellen und behindert nicht die Fahrrinne. Die Verlängerung des unterirdischen MIV-Tunnels setzt Flächen frei für den Ring und ermöglicht somit die Fortführung des Ufers nach Norden sowie den Anschluss des Ehrenhofs an das Rheinufer.

Ein neuer ‚Kulturcampus‘ für Düsseldorf: Die Reduktion des Querschnitts der Oberkasseler Brücke ermöglicht den Anschluss des Ehrenhofs über die Tonhalle hinweg mit dem Areal der Kunstakademie. Ein großer, bedeutsamer öffentlicher Campus in Verbindung mit dem Hofgarten wird geschaffen. Das geplante Fotoinstitut ergänzt das neu geformte Quartier hochkarätiger Kultureinrichtungen. Die vorgeschlagenen Maßnahmen verbinden die Kunstakademie nicht nur mit den gegenüberliegenden Institutionen, sondern richten das Bauwerk erstmals mit seiner Schauseite nach Nordosten hin zum Hofgarten aus, das sich über eine grüne Freitreppe und zwei breite Querungen als Blickachsen zum Hofgarten hin öffnet. Hierbei wird der entstehende Platzraum gerahmt durch die Kulturkantine „Fette Ecke“ sowie das Gebäude des Fotoinstituts – ein markanter und weithin sichtbarer Hochpunkt. Das gegenüber der Akademie vorgeschlagene Werkstattgebäude ist zugleich Tribüne.

Die neue Oper am Rhein: Derzeit befindet sich die Oper in direkter Nachbarschaft zum Grabbeplatz und Hofgarten und somit an einem bedeutsamen städtebaulichen Schnittpunkt des Blaugrünen Rings. Leider nutzt das derzeitige Opernhaus die Lagegunst des Standortes nicht aus, denn es verschließt sich zum Stadtraum. Durch einen Umbau ist diese Fehlstellung nicht zu heilen, weshalb ein Abriss und Neubau an gleicher Stelle empfohlen wird. Erstmals orientiert sich das Gebäude nun zum Wasserlauf und trägt seinem Namen als „deutsche Oper am Rhein“ alle Ehre. Das neue großzügige Foyer ist sowohl Schaufenster zur Landskrone als auch räumliche Fortführung der Gasse und Abschluss des Grabbeplatzes. Das halböffentliche durchgrünte Foyer mit dem eigentlichen Opernhaus als eingestelltes Volumen, ist sowohl Innen- als auch Außenraum und stiftet vielfache inhaltliche und räumliche Zusammenhänge.

Das neue „Schwanencarree“ entsteht im Sinne eines nachhaltigen, CO2 neutralen und nutzungsdurchmischtem innerstädtischen Wohnquartier. Es entstehen markante Hochpunkte, die sich durch innovative und nachhaltige Bauweise in Holz-Beton-Hybrid Systemen auszeichnen und aufgrund ihrer Lage einen Wasser- und Naturraumbezug aufweisen. Das ehemalige Gelände des Polizeipräsidiums erfährt dadurch eine nachhaltige Aufwertung und wird in das städtische Gesamtkonzept integriert.