Konzept

FLOW – Ideas never stop ist der Siegerentwurf des internationalen städtebaulichen und künstlerischen Wettbewerbs „Blaugrüner Ring“ in Düsseldorf. Kunst und Kultur fallen hier in eins mit Stadtentwicklung. Der Stadtdurchschreitende kann sich auf einen fließenden Rundgang durch die Stadt begeben und erlebt dabei, wie sich der Mensch mit dem Stadtraum über Kunst, Kultur, Architektur und Natur verbindet. So entsteht ein „Flow of Ideas“. Aus einer Kulturstadt wird eine städtische Kulturlandschaft.

Das Wasser als Energie- und Ideengeber: Stadt bedeutet Veränderung. Sie erfordert die stetige Bereitschaft, sich mit Neuem auseinanderzusetzen und Raum für innovative Lösungen zu geben. Nur so wird sie in ihrer gebauten, freiräumlichen, ökologischen und kulturellen Substanz gestärkt, um ein qualitätsvolles Wachstum zu ermöglichen, das Wertvolles erhält, Verbrauchtes erneuert und Überholtes transformiert. FLOW verfolgt eine Stadtentwicklungspolitik, die aus dem kontinuierlichen Wandel der Stadt neue Qualitäten schafft und die Stadt als lebendigen Organismus begreift.

Die Geschichte der europäischen Stadt ist eng verknüpft mit der Geschichte des öffentlichen Raums. Sie ist geprägt durch einen stetigen Wandlungsprozess. Heute zeigen sich übergeordnete gesellschaftliche Trends, ein Rückzug der Menschen aus dem öffentlichen Raum, eine fehlende Begegnung und Orientierung, ein unzureichender gesellschaftlichen Diskurs, eine „Erstarrung“. Konfrontiert mit rasanten technologischen, klimatischen, ökologischen und gesellschaftlichen Wandlungsprozessen ist Stillstand nicht länger möglich, können die Herausforderungen unserer Zeit nicht länger ignoriert werden: Es ist an der Zeit, diese Erstarrung aufzubrechen, den öffentlichen Raum wieder neu zu denken und zu gestalten. Im Blaugrünen Ring fällt Kunst und Kultur im öffentlichen Raum in eins mit Stadtentwicklung. Der Stadtdurchschreitende kann sich auf einen fließenden Rundgang durch die Stadt begeben und erlebt dabei, wie sich der Mensch mit dem Stadtraum über Kunst, Kultur, Architektur und Natur verbindet. So entsteht ein „Flow of Ideas“. Aus einer Kulturstadt wird eine städtische Kulturlandschaft. Grundidee für den „Blaugrünen Ring“ ist die Stärkung der vorhandenen Wasserverbindungen von Düssel und Rhein, den Lebensadern der Kulturmetropole. Der Rhein steht für die internationale Strahlkraft und weitreichende Vernetzung der Metropole, die Düssel für ihre lokale Verankerung und Beheimatung in der Region – Nähe trifft Freiheit.

FLOW  – ideas never stop: Wasser war und ist Symbol für Energie, Leben, Austausch und Wandel. So wurde die Stadtgestalt Düsseldorfs in ihrer Historie immer wieder maßgeblich durch das Element Wasser neu geformt.  Prägte das Bild der Stadt bis Ende des 18. Jahrhunderts noch die Wehrhaftigkeit der barocken Bastionsstadt, so wurde der Blaugrüne Ring nach Verlust seiner militärischen Funktion mit Beginn des 19. Jahrhunderts zum höfischen Lustgarten und schließlich im Zuge der Aufklärung und dem Erstarken der zivilen Stadtgesellschaften zum öffentlichen Landschaftsgarten umgeformt.  Dieser heute mehrfach unterbrochene und nur noch in Abschnitten erkennbare Ring soll im Sinne des Hofgärtners Maximilian Weyhe wiederbelebt werden. Hierfür wird die Düssel ihrem historischen Verlauf folgend an mehreren Stellen der Innenstadt freigelegt und zur ringförmigen Vernetzung der wichtigsten Kultureinrichtungen als fließendes Gewässer im Stadtraum renaturiert. Flow bildet ein die Innenstadt überspannendes Gesamtkonzept, in dem kulturelle und freiraumbezogene Nutzungen ganzheitlich wahrnehmbar miteinander verbunden werden. Die bislang als frei schwebende Solitäre im Stadtbild erscheinenden Baudenkmäler, Institutionen und Einrichtungen werden durch die sich um die Innenstadt legende netzartige Wasserverbindung als räumlich zusammenhängendes urbanes Ensemble erlebbar. Temporäre und dauerhafte künstlerische Interventionen schaffen einen Fluss immer neuer Eindrücke. FLOW stellt ein integrales Grundgerüst für den Blaugrünen-Ring als Ganzes zur Verfügung und bietet eine Fülle spannender Einzelideen. Klimatologische Anforderungen (Belüftung, Retention), Aspekte der Artenvielfalt und Biodiversität sowie technologische Aspekte der Mobilität und Digitalisierung werden in ein ganzheitliches Stadt-, Freiraum-, und Kulturkonzept integriert.