Thesen

Stadt bedeutet Veränderung. Mit dem internationalen Wettbewerb zum „Blaugrünen Ring“ hat sich die Landeshauptstadt Düsseldorf auf die Suche nach einem richtungsweisenden Konzept mit Blick auf die Zukunft der Düsseldorfer Innenstadt begeben. Hinter dem Siegerentwurf FLOW steht ein interdisziplinäres Expertenteam aus den Bereichen: Stadt- und Freiraumplanung, Architektur, Kunst und Kultur, Gewässerökologie, Klimaforschung, Mobilität sowie Digitalisierung.

Stadtraum

„Es ist an der Zeit die Europäische Stadt als Organismus zu begreifen, der im besonderen Maße dazu geeignet ist die anstehenden Herausforderungen und Dynamiken zu integrieren, der die traditionelle Trennung zwischen gebauter Stadt und sich wandelndem Naturraum zugunsten eines integralen und attraktiven Lebensraums für Mensch und Natur aufhebt.“
(Sonja Moers, raumwerk)

Architektur

„Architektur verleiht der physischen Struktur einer Stadt eine konkrete Bedeutung. Im Blaugrünen Rings werden bedeutsame Bauwerke durch neue markante Stadtbausteine ergänzt. Neben dem goldenen Ring als begehbare Freitreppe und Sinnbild des Flows zählen hierzu die Erweiterungen des Campus der Kunstakademie, die deutsche Oper am Rhein sowie das neue nutzungsgemischte und CO2 neutrale Stadtquartier Schwanencarree.“
(Jon Prengel, raumwerk)

Kulturraum

„Im Blaugrünen Ring fällt Kunst im öffentlichen Raum in eins mit Stadtentwicklung: der Stadtdurchschreitende kann sich auf einen fließenden Rundgang durch die Stadt begeben und erlebt dabei, wie sich der Mensch mit dem Stadtraum über Kunst, Kultur, Architektur und Natur verbindet. So entsteht ein Flow of Ideas, aus einer Kulturstadt wird eine städtische Kulturlandschaft.“
(Aileen Treusch, SEEHOF)

Freiraum

„Das Kontinuum an hochwertigen Freiräumen bietet die Grundlage für eine lebenswerte Stadt, die ihren Menschen ein Wohnumfeld bietet, indem sie sich treffen und verabreden können sowie Orte für Bewegung und Sport aber auch Inspiration, Ruhe und Rückzug finden können. Das freiraumplanerische Konzept knüpft dabei an die Tradition von Maximilian Friedrich Weyhe an.“
(Prof. Burkhard Wegener, club L94)

Ökologie

„In den großen Städten sind urbane Fließgewässer häufig die ersten Berührungspunkte mit der Natur. Als erlebbare und erlernbare Natur (Grünes Klassenzimmer) sind sie daher in der städtebaulichen und wasserwirtschaftlichen Planung berücksichtigt. Düssel und Rhein werden wieder zu fühlbaren Lebensadern der Stadtlandschaft und treten als die historischen Wurzeln der Stadt und ihrer Geschichte sichtbar und bewusst gestaltet zutage.“
(Dr. Lisa Schülting, BOKU Wien)

Digitalisierung

„Das Engagement vieler engagierter kritischer Bürger bietet gerade hier in Deutschland die einzigartige Möglichkeit, ethische Digitalisierungs­konzepte zu entwickeln, die den Bürgern dienen, statt sie zu gläsernen Datenlieferanten zu machen, die das menschliche Wohlbefinden auch im digitalen Raum voranstellen und dies durch lokale Verankerung im Hier und Jetzt des analogen Raums ermöglichen.“ (Dr. Jan Kalbitzer)

Mobilität

„Emissionsarm Mobil‘ sowie Straßen und Plätze für Menschen: der Rheinufertunnel wird nach Norden bis zum Kennedydamm verlängert, die heutigen Verkehrsflächen der Rheinuferstraße von Oederallee und Fritz-Roeber-Straße werden damit entbehrlich und stehen als Grün- und Freiflächen und teilweise auch für eine ergänzende Bebauung zur Verfügung. Die Oberkasseler Brücke wird zur Umweltbrücke verwandelt.“
(Axel Springsfeld, BSV)

Stadtklima

„FLOW schafft ein immissionsarmes und thermisch behagliches Stadtklima durch Stärkung der vorhandenen kleinräumigen Belüftungsverhältnisse sowie durch Erhöhung nächtlicher Abkühlungspotentiale mittels Begrünung. Die Maßnahmen von Freiraumgestaltung und Städtebau dienen der Klimaanpassung innerhalb des Blaugrünen Rings.“
(Prof. Lutz Katzschner, INKEK)